Originalität

Originalität als Chance

Originalität steht heute in einem nicht trennbaren Zusammenhang mit Kreativität, Schöpfertum, Gestaltung und Initiative. Sie alle bilden die Voraussetzung für neue Ideen und sind eine wichtige Ressource für das Überleben von Organisationen.

Gestaltungsdrang

Aus den frühesten Zeiten finden sich Zeugnisse vom Gestaltungsdrang des Menschen, denken wir an die Höhlenmalereien von Chauvet oder die Venus von Willendorf, die mehr als 30.000 Jahre alt sind. Auch in den Schöpfungsmythen transportieren sich Welt- und Menschenbilder früherer Gesellschaften und zeigen deren Verständnis von Kreativität und Schöpfertum. Einige Aspekte haben bis heute große Bedeutung: beispielsweise die Unterscheidung zwischen einem bewussten Schaffen des Neuen (lat. creare) und dem Wachsenlassen unterschiedlicher Potentiale (lat. crescere).

Eine Vielzahl von Voraussetzungen entscheidet darüber, ob schöpferisches Gestalten und Originalität entstehen können. Das bezieht sich sowohl auf das alltägliche Leben, wie auch auf Arbeitszusammenhänge. Es zählen dazu Faktoren wie Begabung, Motivation und Persönlichkeitseigenschaften sowie Einflüsse des sozialen Umfeldes und der Domäne. Zum Wesen kreativer Prozesse gehört, dass sie letztendlich immer vom Einzelnen ausgehen und initiiert werden, dass sie immer wieder aufs Neue in Gang gebracht werden müssen und dass sich die besonderen Lösungen nicht mit Sicherheit einstellen.

Vielfältigkeit als Realität

Das vergleichsweise junge Gebiet der Kreativitätforschung bringt ganz unterschiedliche, teilweise auch widersprüchliche Ideen zutage. Sie reflektieren jedoch die Realität: "Kreative Persönlichkeiten, kreative Arbeitsformen und kreative Rahmenbedingungen unterscheiden sich in verschiedenen Tätigkeitsbereichen in grundsätzlicher Weise. So werden technische Erfindungen von Menschen mit anderen Persönlichkeitsprofilen und Arbeitstechniken erbracht als kulturwissenschaftliche Entdeckungen, und politische Innovationen kommen auf anderen Wegen zustande als Kunstwerke" (Zitat: R.M. Holm-Hadulla, Kreativität. Konzept und Lebensstil, 2005, S. 10)

Wie besonders kreative und schöpferische Menschen grundsätzlich vorgehen bzw. was ihr Handeln allgemein ausmacht, ist mittlerweile gut erforscht. Die Erkenntnisse legen nahe, dass das in einer Dialogischen Kultur angesprochene und ermöglichte initiative Handeln (auch "kreatives Handeln" genannt) eine Perspektive öffnet, wie Organisationen ihre Bemühungen um mehr Kreativität neu denken und hemmende Bedingungen in fördernde Bedingungen verwandeln können.